Vergangene Woche besuchten 15 Freunde und Mitglieder des Albvereins Ravensburg,die Stadt der Türme und Tore. Vom Bahnhof ging es auf kurzem Weg zum Marienplatzin mitten der historischen Altstadt. Vor dem Lederhaus mit seiner schön bemalten Fassade wartete bereits der Fremdenführer zum Stadtrundgang. Auf einem historischen Stadtplan erläuterte er die Lage der Stadt und viele Sehenswürdigkeiten. Mit ihm durfte die Gruppe im Rathaus zwei reich geschmückte historische Ratssäle mit massiven Holzbalkendecken und bemalten Zunftscheiben besuchen. wurde 1088 erstmals urkundlich erwähnt und war bis 1803 Freie Reichsstadt. In ihrer Blütezeit durften selbst Münzen geprägt, eigene Maßeinheiten eingeführt und Gericht gehalten werden. So sind auch Hexenprozesse überliefert, bei denen Frauen auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. 1544 wurde auf Drängen der Zünfte die Reformation eingeführt, doch konnte sich der neue Glaube nicht recht durchsetzen. Der Westfälische Frieden brachte 1649 das paritätische Regierungssystem für die Stadt. Hier wurde die exakte Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten geregelt (z.B. ein katholischer und ein evangelischer Bürgermeister). Die ehemalige Klosterkirche der Karmeliter, heute Evangelische Stadtkirche, war lange Zeit eine Simultankirche und somit Gotteshaus für beide Konfessionen. Im 19.Jahrhundert brachte der Bau der Bahnstrecke Ulm – Friedrichshafen neuen Aufschwung. Viele Männer wanderten in die Industrie ab und so musste die Landwirtschaft ihre Arbeitskräfte auf dem „Hütekindermarkt“ in jedem Frühjahr decken. Auf diesem Markt wurden die sog. „Schwabenkinder“ aus armen bäuerlichen Verhältnissen in Tirol und der Schweiz vermittelt. Weitere Stationen war das Seelhaus, das Kornhaus, das Museum „Humpisquartier“ und der „Mehlsack“, der 51m hohe Turm und Wahrzeichen der Stadt. Von dort hatte man einen schönen Blick auf die Gässchen der Altstadt mit ihren gut erhaltenen Patrizierhäuser. Ein Teil der Gruppe stieg noch zur Veitsburg hinauf, die außerhalb der früheren Stadtmauer liegt. Von der konnte man die Stadt und das Umland von oben genießen. Anschließend war der Besuch des Christkindlesmarkt angesagt, bevor man am Abend mit der Bahn wieder den Heimweg antrat.
